Das Projekt GreenPowerGrid (GPG) stellt ein weiteres Beispiel von Projekten zur Entwicklung von Geschäftsmodellen dar.

Die Stadt Speyer steht stellvertretend für viele Kommunen, die sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt haben. So soll in Speyer der Strombedarf in der Stadt bis zum Jahr 2030 komplett aus regenerativen Quellen gedeckt werden. Einen großen Beitrag sollten hierzu lokale Photovoltaik (PV)-Anlagen leisten, da Speyer eine sehr sonnenreiche Lage hat. Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen werden aber neue PV-Anlagen eher kleiner dimensioniert und so das lokale Energieerzeugungspotential bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Die Stadtwerke Speyer stehen als kommunales Unternehmen vor der Herausforderung, einerseits Anreize im Markt zu schaffen, verfügbare lokale PV-Potentiale maximal auszuschöpfen, dies aber andererseits auch für das Unternehmen wirtschaftlich tragfähig und für Kunden attraktiv zu gestalten.

Mit GreenPowerGrid wird untersucht, wie unter den gegebenen und absehbaren regulatorischen Rahmenbedingungen ein Geschäftsmodell formuliert werden kann, das diesen Anforderungen genügt. Aufgrund der Gegebenheiten erscheint hierbei eine „Regionale Grünstrom-Community“ als prinzipiell vielversprechender Ansatz. Dabei wird die überschüssige Energieerzeugung aus einzelnen PV-Anlagen zur Versorgung anderer Community-Mitglieder genutzt. Ein Netzwerk von Batteriespeichersystemen in Haushalten soll dabei helfen, einen kurzfristigen Bilanzausgleich zu schaffen. Regionale Windkraftanlagen sollen zum Ausgleich von Versorgungslücken genutzt werden.

GreenPowerGrid leistet an vielen Stellen Grundlagenarbeit. Eine große Herausforderung stellt z.B. die Entwicklung eines Mess- und Kommunikationskonzepts dar, das alle zur Anlagensteuerung und Abrechnung erforderlichen Daten regelkonform erfasst und verarbeitet, dabei aber noch in seiner Komplexität beherrschbar bleibt. In Speyer möchte man hierbei bereits die Anforderungen aus dem anstehenden Smart-Meter Rollout erfüllen. Das Fraunhofer ITWM, Kaiserslautern, entwickelt in dem Projekt eine detaillierte Simulationsumgebung zur hochaufgelösten Berechnung aller Energieströme und deren wirtschaftlichen Bewertung. Zusätzlich unterstützt das Institut die Stadtwerke in der Entwicklung des Messkonzepts und mit der Entwicklung einer Steuerungslogik für den Anlagenpool der Community.

StoREgio unterstützt die Stadtwerke Speyer in der Entwicklung des Geschäftsmodells und in der Durchführung von Marktakzeptanzuntersuchungen bei Kunden vor Ort.

 

Projektwebsite: www.greenpowergrid.de
Projektvolumen: € 1,8 Mio., Förderung: € 1,2 Mio.
Laufzeit: 15. Juni 2016 – 31. Dezember 2019
Projektpartner: Stadtwerke Speyer, Fraunhofer ITWM, StoREgio